FOR 2537/1: Nominale Morphosyntax und Wortstellung im Heritage-Russischen im Kontext unterschiedlicher Majorit?tssprachen (TP 03)
Auf einen Blick
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Au?ereurop?ische Sprachen
Einzelsprachenwissenschaften, Historische Linguistik
DFG Forschungsgruppe
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Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die Frage, ob und, wenn ja, auf welche Weise das Heritage-Russische in Deutschland und den USA neue grammatische Muster im Bereich nominaler morphologischer Kategorien und bei der Wortstellung entwickelt. Darüber hinaus zielt das Projekt auf eine theoretische Modellierung sich herausbildender grammatischer Variet?ten in Bezug auf die untersuchten sprachlichen Dom?nen bzw. im Allgemeinen. Dies geschieht aus der Perspektive der drei gemeinsamen Unternehmen (Joint Ventures) innerhalb der RUEG: (i) Joint venture I (?Sprachwandelhypothese“), das sich der Frage nach der Systematizit?t nicht-kanonischer grammatischer Mustern widmet, (ii) Joint venture II (?Schnittstellenhypothese“), das die Lokalisierung neuer sprachlicher Entwicklungen an internen und externen Schnittstellen behandelt und (iii) Joint venture III (?Hypothese interner Dynamik“), das darauf abzielt, kontaktinduzierten und sprachinternen grammatischen Wandel zu unterscheiden. Zu diesem Zweck werden sprachliche Ph?nomene aus zwei Dom?nen untersucht: (i) der nominalen Morphosyntax, insbesondere Kasus, welche dem kerngrammatischen System zugerechnet wird, allerdings auch mit Wortstellung zusammenh?ngt, und (ii) Wortstellungsph?nomenen in der linken Peripherie des Satzes einerseits und der Verbpositionierung andererseits. Die linke Peripherie des Satzes wird h?ufig mit der Interaktion zwischen Informationsstruktur/Diskurs und Syntax in Zusammenhang gebracht (externe Schnittstelle), w?hrend Verbpositionierung (insbesondere im Verh?ltnis zum direkten Objekt: Kopf-Komplement vs. Komplement-Kopf) als Bestandteil der Kernsyntax angesehen wird. Wir werden Daten von Heritage-Sprecher*innen mit solchen von monolingualen Sprecher*innen des Russischen in Russland vergleichen, wobei wir, dem einheitlichen Elizitationsverfahren innerhalb der RUEG folgend, als Faktoren informelle/formelle und gesprochene/geschriebene Register sowie Alter berücksichtigen werden. Unsere Ergebnisse werden mit jenen aus RUEG-Projekten verglichen, die Wortstellungsph?nomene in anderen Heritage-Sprachen (Türkisch, Griechisch, Heritage-Deutsch) und in Majorit?tssprachen (Deutsch, Englisch) untersuchen, sowie zu den Befunden zur Morphosyntax im Griechischen als Heritage-Sprache. Das Projekt wird einerseits zum Verst?ndnis von Sprachwandel in bi- (oder multi-)lingualen Gemeinschaften unter Berücksichtigung multipler Faktoren (situational/register-bezogen, bezogen auf unterschiedliche kontaktlinguistische Settings, sozial, input-bezogen etc.) beitragen, indem ein betont komparativer Ansatz verfolgt wird, und andererseits zu theoretischen Erkl?rungen sich herausbildender grammatischer Muster.
Projektleitung
05/2018 - 08/2021
PD Dr. Natalia Gagarina
- Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakult?t
- Institut für deutsche Sprache und Linguistik
05/2018 - 08/2021
Prof. Dr. Luka Szucsich
- Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakult?t
Beteiligte Einrichtungen
Institut für Slawistik