Die Mobilisierung des Selbst
Auf einen Blick
Literaturwissenschaft
DFG Sachbeihilfe
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Projektbeschreibung
Das Konzept der Mobilit?t ist eines der zentralen mythopoetischen und für die nationalen Metanarrative der USA konstitutiven Elemente. Seine physischen, sozialen und ?konomischen Bedeutungskomponenten sind elementar für wesentliche Mythologie stiftende Diskurse, z. B. für den der Frontier oder des American Dream. Ein weiterer, signifikanter Diskurs, für den die Figur der Mobilit?t von wesentlicher Bedeutung ist, entfaltet sich im Rahmen einer culture of self-improvement, die Prinzipien und pers?nlich einzuhaltende Praktiken zur Erlangung von Erfolg thematisiert. Die Produkte der kommerziell organisierten popul?ren Kultur/Massenkultur der 1930er Jahre orientieren sich sowohl auf inhaltlicher, formaler als auch auf der Produktionsebene an Mobilit?tskonzepten in diversen Erscheinungsformen. Mobilizing the Self formuliert die These, dass die kommerzielle popul?re Kultur der 1930er Jahre (und somit der Great Depression) mit ihren spezifischen Auspr?gungen von Mobilit?tskonzepten selbst als eine culture of self-improvement verstanden werden muss, die ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestimmte Vorlagen zur Reflexion und Gestaltung der eigenen Biographie und des eigenen Lebensentwurfs (life design) bietet. Wir gehen dabei zun?chst von einigen wesentlichen Autorinnen und Autoren der self-improvement Literatur der 1930er Jahre (und der vorg?ngigen Literatur des New Thought und der Theosophie des sp?ten 19. Jahrhunderts) aus. Anschlie?end analysieren wir Homologien zwischen den von ihnen vorgeschlagenen Lebensentwürfen und Praktiken zur Entwicklung einer auf Erfolg und instrumentelle Probleml?sung angelegten Geisteshaltung und den strukturellen und inhaltlichen sowie mythopoetischen Charakteristiken von vier ganz unterschiedlichen zeitgen?ssischen Formationen der popul?ren Kultur/Massenkultur. Dazu geh?ren adolescent detective fictions, pulp magazines, die Jugendseiten der afroamerikanische Wochenzeitung Chicago Defender und die Tanz- und Musikkultur von swing dance und lindy hop. Wie die Lektüren zeigen werden, entfalten diese Formationen v?llig unterschiedlich ausgerichtete und doch verwandte Konzeptionen von Mobilit?t, self-improvement und life design. Im Zuge dieser Lektüren soll die Frage untersucht werden, inwiefern diese Kulturprodukte durch die von ihnen entworfenen life designs als Biographiegeneratoren nach Alois Hahn gelten k?nnen und inwieweit damit kommerzielle Popul?rkulturen selbst zu zentralen Biographiegeneratoren des 20. Jahrhunderts werden.