Zur Typologie der Psych-Alternation in Morphologie, Syntax und Diskurs

Auf einen Blick

Laufzeit
05/2016  – 07/2019
DFG-Fachsystematik

Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Au?ereurop?ische Sprachen

F?rderung durch

DFG Sachbeihilfe DFG Sachbeihilfe

Projektbeschreibung

?bergreifendes Ziel dieses Projekts ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Sprachen in der Syntax und Semantik von experientiellen Verben anhand von pr?zisen empirischen Methoden zu ermitteln. Nachdem der Schwerpunkt der ersten Phase in der vergleichenden experimentellen und korpuslinguistischen Untersuchung ausgew?hlter nicht-kanonischer Experiencerobjekt-Eigenschaften (= sog. Psycheffekte) in ihrer syntaktischen vs. pragmatischen Bedingtheit lag, steht in der zweiten Phase eine typologische Untersuchung der Psych-Alternation (vgl. interessieren vs. sich interessieren) im Vordergrund.
Dabei werden insbesondere die Rolle der morphologischen Basis von Psychverben sowie die syntaktischen und semantischen Eigenschaften der morphologischen Prozesse, die in der Psych-Alternation auftreten (Kausativierung, Dekausativierung, Konversion, Doppelderivation), betrachtet. In einer typologisch breit angelegten Untersuchung von 30 Sprachen werden zun?chst die morphologischen Eigenschaften von Experiencerverben erhoben, vergleichend analysiert und in ihrer Relevanz für eine typologisch angemessene Experiencer-Theorie ausgewertet. Darüber hinaus wird mit einer quantitativen Methodologie die Bedeutsamkeit der morphologischen Unterschiede zwischen den Sprachen (a) für die Semantik und Syntax der Psychverben und (b) für die Realisierung von Experiencerereignissen im Diskurs ermittelt.
In einem Subsample von sechs Sprachen, das unterschiedliche morphologische Typen hinsichtlich der kausativen Alternation repr?sentiert (Isl?ndisch, Finnisch, Koreanisch, Spanisch, Chinesisch, Ungarisch), werden parallele experimentelle und korpuslinguistische Untersuchungen durchgeführt. Durch die experimentellen Studien werden Semantik und Syntax der Experiencerverben genau erfasst; durch quantitative Untersuchungen im Korpus wird der Einfluss dieser Eigenschaften auf das Verhalten der entsprechenden Verbkonstruktionen im Diskurs beobachtet.
Die Untersuchungen schlie?en an die aktuelle theoretische Diskussion um die kausative Alternation an und bereichern diese um Erkenntnisse aus einer breiteren und bisher unberücksichtigten Palette von Sprachen. Weiterhin leistet das Projekt einen Beitrag zur lexikalischen Typologie und tr?gt wesentlich zur sprachvergleichenden Untersuchung der Direktionalit?t in der In/Transitivierung (Nichols et al. 2004) bei, indem Hypothesen bzgl. ihrer Abh?ngigkeit von typologischen Eigenschaften geprüft werden. Schlie?lich leistet dieses Projekt einen innovativen Beitrag zum aktuellen Paradigma sprachvergleichender Korpusuntersuchungen.

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